Fahrt nach Fronkraich

von Ulrike Beuther

L´appel de la Moselle

Bevor es los ging, mussten wir (Andreas, Anke, Claudia, Bernd², Friedrich, Isabell, Margarete, Rolf, Susanne) das umfangreiche Informationspaket studieren und sie auswendig lernen!

Die 10 Wanderruderer-Befehle:

Der Ruderer muss ein Naturliebhaber und ein Ruderlizenzinhaber sein
Der Ruderer (der immer jung ist) muss in guter Kondition sein, um die Strecke zu genießen
Der Wanderruderer muss die Anweisungen des Veranstalters beachten. Er vergisst nicht, auch in seinem Boot, dass er nicht wirklich zuhause ist.
Der Wanderruderer kämpft nicht um seinen Platz in den Schleusen oder am Tisch. Im Gegenteil, er bietet den anderen seinen Platz an.
Der Wanderruderer akzeptiert Programmänderungen, wenn sich die örtlichen Bedingungen geändert haben und die Organisatoren gezwungen sind, Zeitpläne zu ändern
Der Wanderruderer vergisst nie, dass er weder am Finale der Weltmeisterschaften noch an den olympischen Spielen teilnimmt.
Der Wanderruderer, der nicht sexistisch sein kann, erkennt zu jeder Zeit, dass er keinen Gegner, keinen Konkurrenten, sondern nur Freunde hat.
Der Wanderruderer mag automatisch Nudeln, Reis und Kartoffeln und auch Gourmetgerichte
Der Wanderruderer spricht gerne über das, was er erlebt hat.
Der Wanderruderer hat sein eigenes Geheimnis, um seine Blasen zu heilen

Was sollte uns da erwarten?

Wir wurden freundlich von Alan und seinem Team begrüßt, die Boote uns förmlich aus der Hand gerissen. Boote und Zubehör wurden akribisch genau platziert, waren wir hier auf einem Kasernenhof gelandet? Und warum mussten die Festmacher mindestens 10 m lang sein? Nein, da der Start der Rundfahrt ca. 300 m vom Bootshaus entfernt war, wurden diese am Morgen ab ca. 6:00 h von Orga-Team bereits zu Wasser gelassen und versorgt (dazu auch die Festmacher).
Am Morgen zeigte sich, dass der Wetterbericht (leider) Recht behielt. Strömender Regen. Also umdrehen und weiterschlafen? Nein, ruderfertig machen und los!
Die Boote waren in einem alten Kanal bereit gelegt durch den wir dann Richtung Mosel ruderten. Idyllisches Grün, Hausboote und im Hintergrund das Murmeln der Autobahn. Der Regen ließ nach, die Stimmung stieg. Die Mosel hatte geringe Strömung, kein Problem für erfahrene Rhein-Ruderer. Da war das Schleusenmanöver mit 13 Ruderbooten und 4 Motorbooten schon aufregender.
Die Morgenrunde war dann dann nach 25 km vorbei, eine 57 km-Runde war auch im Angebot, diese Gruppe ruderte dann nach dem Mittagessen noch einmal los, wohlgemerkt nach 3 Gängen und reichlich Wein (est-ce qu´il y a encore un peut du vin rouge, s´il vous plait?).
Wir waren zu einer Stadtbesichtigung eingeladen und vertrieben uns die Zeit in der Kathedrale und der Altstadt. Der Rudertag klang dann beim Apero im Vereinsheim aus.
Fazit: Haben sich 650 km Autobahn für 25 km Rudern gelohnt? Aber ja! Metz, die Franzosen, die Freundlichkeit haben den Tag unvergesslich gemacht. Und wir haben gelernt, dass man auch bei Regen rudern kann!

Text: Bernd
Photos: Teilnehmer

 

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